Bianca Kennedys Arbeiten beginnen oft dort, wo etwas Vertrautes plötzlich ins Unbehagliche kippt. Eine Badewanne, ein Kuchen, ein Wutausbruch – alltägliche Bilder werden zu Bühnen für Körper, die sich widersetzen, zurückziehen oder aus vorgegebenen Rollen ausbrechen.
Ihre Bildsprache wirkt auf den ersten Blick leicht und verführerisch: plüschige Oberflächen, pastellfarbener Zuckerguss, trockener Humor. Doch hinter der Süße liegt immer auch etwas Irritierendes. Kennedy interessiert sich für jene Grauzonen, in denen das Verstörende nicht böse, sondern zutiefst menschlich erscheint.
Dabei bleibt das Publikum nicht außen vor. Es nimmt auf kuchenförmigen Bänken Platz, steigt in eine Badewanne oder wird auf andere Weise selbst Teil dieser ambivalenten Räume. So entstehen Arbeiten, die gleichzeitig einladen und verunsichern und unsere Vorstellungen davon hinterfragen, wie Körper gesehen, bewertet und kontrolliert werden.
Bianca Kennedy arbeitet mit Video, Zeichnung und Installation. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit Körperbildern, gesellschaftlichen Erwartungen und der Frage, wer darüber bestimmt, wie ein Körper aussehen oder sich verhalten soll. Ihre Bildwelten schöpfen aus Archiven von Kino, Medizin, Wissenschaft und Technologie und bewegen sich zwischen schwarzem Humor, Body Horror und feiner Absurdität.
Gemeinsam mit Swan Collective bildet sie seit 2013 das Künstlerduo kennedy+swan. Ihre Arbeiten wurden international in Museen und auf Festivals gezeigt, darunter im HEK Basel, im Gropius Bau, im SCAD Museum of Art, in der Kunsthalle Baden-Baden, im Haus der Kulturen der Welt, im CCBB Rio de Janeiro und beim Sundance Film Festival. Kennedy ist unter anderem Preisträgerin des LOOP Discover Awards und des TOY Berlin Masters Preises.
Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin.